Ein Ausschnitt von drei Cello-Holzkörper hintereinander, die seitlich liegend dargestellt sind.
pixabay cc-0 by Ri_Ya

YouTube-Video: Ist Plus-Size-Werbung feministisch?

Eine Werbekampagne mit dem Foto einer selbstbewusst lachenden, normalgewichtige Schwarzen Frau begeistert uns. Aber nicht der Schrifttext daneben. Das folgende Video könnte eine kritische Diskussion zu Körperformen und Körpernormen einleiten.

Der YouTube-Kanal Pinkstinks Germany hat ein kurzes Video (1:45 min) hochgeladen, in dem – angestoßen durch eine Werbekampagne im vergangenen Sommer – drei junge weiblich gelesene Menschen über Schönheit und Körpernormen sprechen.

Link zum YouTube-Video hier: https://www.youtube.com/watch?v=orOfnvtuqGw
(Kurzlink: https://t1p.de/xlta)

Dazugehörig gibt es auch einen Textbeitrag auf der Website von PINKSTINKS mit Fotos und ausführlicheren Informationen, die den kurzen Film gut ergänzen.

Link zu Artikel: https://pinkstinks.de/ist-plus-size-werbung-feministisch/
(Kurzlink: https://t1p.de/v037)


Welchen Anlass diskutieren die drei Sprecher*innen?

Seit 2012 wirbt ein Unternehmen mit vielfältigeren Körpern – noch immer schlank aber nicht mehr nur mit der oft üblichen Kleidergröße 34/36. Im Sommer 2021 nun das wirklich gut gemachte neue Plakat und daneben mit einem Schriftzug: „Bodyshaming muss aufhören.“

Ein vergleichbarer Prozess fand im selben Sommer bei einem großen Mode-Label statt: „Anstatt diese Frauen einfach als natürliche Schönheiten zu inszenieren und sie als neuen Standard zu etablieren, werden sie durch die Assoziation mit Abwertung erst als “anders” definiert.“ (PINKSTINKS 2021, Link zum Artikel oben)

Die drei Sprecher*innen im YouTube-Video fordern statt eines solchen Labels der „Abweichung“ das Setzen einer unkommentierten neuen Norm, eines neuen Standards: vielfältige Körperformen. Einfach so.

 

Praxisidee:

Ergänzend zum kurzen Video sind im Textbeitrag tolle Themen angeschnitten und ein zweites Video verlinkt, die sich zusammen zu einem geeigneten Päckchen für eine Workshop-Einheit schnüren lassen oder zu Teilen ergänzend eingesetzt werden könnten.

Allein in diesem Abschnitt steckt vieles drin, das besprochen und diskutiert werden kann:

„Schönheit lernen wir durch Tradition und Vorbilder. Das zeigen verschiedene Schönheitsideale weltweit, die es vor der Globalisierung noch gab. Dass das Ideal weltweit heute schlank, sehr jung und hellhäutig ist, hat mit patriarchalen Machtstrukturen zu tun – und mit sich überall wiederholenden Bildern. Das könnte auch gut daran liegen, dass die Werbebranche in Deutschland, genau wie werbende, große Marken, noch viel zu wenig Frauen in den Führungsetagen haben. Dort, wo Frauen entscheiden, gibt es viel häufiger Werbung, in denen mit den ewig gleichen Schönheitsidealen und Geschlechterrollenstereotypen gebrochen wird.“ (PINKSTINKS 2021, Link zum Artikel oben)

Noch viel mehr Material von „Schule gegen Sexismus“ von PINKSTINKS findet ihr hier: https://pinkstinks.de/author/schulegegensexismus/

(Kurzlink: https://t1p.de/ckj1)

Ergänzender Hinweis: Wichtig ist uns an dieser Stelle auch zu sagen, dass dieses Thema kein ausschließlich weibliches* ist, denn der schon früh reproduzierte Fitness-Druck wirkt sich auch negativ auf die männlich gelesenen Menschen aus. Auch hier gilt: Toxischer Männlichkeit kann wunderbar mit feministischen Werten begegnet werden, denn alle Menschen können auf vielfältige Weise profitieren von einem Wertewandel.


Welche andere Methoden und Materialien nutzt ihr für die thematische Einheit zu „Körpernormen“ und „Schönheitsidealen“? In welchen Kontext bettet ihr das Thema noch ein - außer bei Pornografie, Pubertät, Umgang mit (Sozialen) Medien? Über eure Kommentare freuen wir uns!

Und wenn ihr euch mit eigenen Beiträgen beteiligen wollt, meldet euch gern per E-Mail!

Verfasst von: Katja Wollmer, Referentin für Sexuelle Bildung, pro familia Bundesverband

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